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| Rüttenscheider Musiknacht |
Presse
Die Nacht der 1000 Riffs
WAZ Essen Süd, 26.04.2009, Elisabeth Schulz,
Rüttenscheid. Die neunte Rüttenscheider Musiknacht sorgte für volle Kneipen und Bars bis in die Morgenstunden.
Wenn in Rüttenscheid Menschengruppen von Kneipe zu Kneipe wandern, Nachzügler auch im weiteren Umfeld keine Parkplätze mehr bekommen, auffallend viele Leute mit rosa Bändchen ums Handgelenk unterwegs sind, wenn Rettungssanitäter in der Hoffnung auf wenig Einsätze zur Live-Musik mitwippen und die Türsteher zu vorgerückter Stunde nur noch Gäste einlassen, wenn andere dafür das Lokal verlassen – dann ist wieder Musiknacht in Rüttenscheid.
Ein Ticket, 20 Konzerte: Das ließen sich auch am Samstag wieder Tausende nicht entgehen, auch wenn man in den zum Teil bis auf den letzten Stehplatz besetzten Bars und Kneipen oft lange, manchmal sehr lange auf das nächste Getränk warten musste. Hatten doch die Kellner zwar das Vergnügen, den ganzen Abend mit Live-Musik und gut gelaunten Gästen zu arbeiten, mussten aber andererseits auch den extrem stressigen Job meistern, die vollen Tabletts mit Getränken durch die Menschenmassen zu den wartenden Gästen zu jonglieren.
Musiknacht-Besucher Joachim Gabel nahm's gelassen. Er freute sich über einen gelungenen Abend: „Das ist eine der schönsten Nächte: Die Atmosphäre ist total locker, überall gibt es Musik, man muss sich nur das Richtige 'rauspicken.” Eine echte Fan-Gemeinde haben sich die Musiknacht-Dauergäste „Lee Mayall the Sax Machine” längst erspielt. Jahr für Jahr treffen sie im Lorenz auf ihr Publikum, das oft den ganzen Abend dort ausharrt und fasziniert den Saxophon-Soli lauscht. So machte der Band-Chef dann auch bisschen Werbung für die neue CD der Gruppe: „Let's talk about sax. Hat aber mit Sex nix zu tun”, scherzte er mit seinen Fans, die den unmittelbaren Kontakt mit den Musikern genossen und direkt vor der Bühne zu Blues-, Soul- und Boogie-Klängen tanzten.
Auch draußen gab's etwas zu sehen: Mit lautem Gejole drehte eine seltsam anmutende Gruppe ihre Runden über die Rü. Ein Mega-Fahrrad, ausgestattet mit einem Bierfass, erinnerte ein wenig an die Vatertagstouren mit Pferdewagen, nur das hier keine Vier-, sondern die Zweibeiner selbst sich ordentlich abstrampeln mussten.
Richtig gute Stimmung auf musikalisch hohem Niveau verbreiteten auch die Lokalmatadoren „78Twins”, die im Bliss kurzfristig für die „Wayne Schlegel Band” eingesprungen waren. Kein Durchkommen war traditionsgemäß im Irish Pub, wo die „Marvins” Cover-Rock vom Feinsten, gemischt mit Pop und deutschen Titeln, präsentierten. Für Oldie-Freunde gab's ebenfalls was Feines auf die Ohren. Mitsingen war durchaus erwünscht, wenn der langmähnige Sänger der Gruppe „The Candidates” sein Haupthaar schüttelnd den alten Status-Quo-Hit „Rockin' all over the world” zum Besten gab und die Textsicherheit der Fans immer mal wieder überprüfte.
„Jetzt hab ich aber erstmal Hunger”, war häufig zu hören, denn Feiern macht ja bekanntlich hungrig. Wer die langen Wartezeiten auf Speisen in den Kneipen vermeiden wollte und nicht so richtig Lust auf das Musiknacht-Spezial „Currywurst mit Pommes” hatte, stellte sich lieber in die - ebenfalls recht langen - Schlangen bei Baguette-Beleger, Döner-Imbiss oder Schnell-Pizzeria, die die ganze Nacht lang von den kulinarischen Gelüsten der Gäste profitierten. Die mussten schließlich fit bleiben für die Abschlusspartys in Ego-Bar, Allegro und Rossi-Club.
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